Nissan Leaf an einer Schnellladesäule in Montabaur

Über die schlechte Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland wird viel geätzt. Ich war ein ganzes Wochenende mit einem Nissan Leaf der neuesten Generation von Nextmove unterwegs. Über 500 km sind zusammengekommen und so waren ein paar Ladestopps sinnvoll. Diesmal habe ich gleich an zwei Orten mit richtig guten Ladelösungen Halt gemacht. Geht also doch, man muss nur wollen.

Strom ist doch gelb – zumindest in Montabaur
Ich kann doch nicht einfach… Doch, ich kann. In Montabaur den steilen Schlossberg hoch und durch das barocke Tor der Vorburg zur Ladesäule fahren. Beim ersten Mal kam sogar ein Mitarbeiter freudestrahlend und winkend aus der Rezeption gelaufen und hat mir den Weg gezeigt. Mittlerweile fahre ich gerne für einen Ladestopp zum gelben Wahrzeichen der Stadt Montabaur. Der Service ist gut, bringt Gäste in die Stadt und die Bezahlung ist flexibel und im üblichen Preisrahmen. Man kann einfach mit Kredit- oder EC-Karte zum Festpreis von 6,95 € bezahlen. Unglaublich und für „normale“ Autofahrer völlig unverständlich, dass das nicht der Standard ist. Doch die meisten Ladesäulen erfordern tatsächlich neben einer Registrierung beim Anbieter eine App oder eine Ladekarte oder sogar beides. Selbst als Gelegenheitsfahrer habe ich locker vier verschiedene Apps auf dem Smartphone. Ohne nachzuschauen fallen mir Newmotion, Fastned, DKV und Innogy ein. Aus diesen Gründen ist für mich klar: Die praktischste und vor allem idyllischste Stromtankstelle im Westerwald steht auf Schloss Montabaur.

Stromtankstelle auf Schloss Montabaur

 

Der Steckerautobäcker
Die Autovermietung will den Nissan vollgeladen zurück, also muss ich noch mal an die Säule und die letzten paar Prozente auffüllen. Bietet sich an, das mit einer Frühstückspause zu verbinden. In Hilden bei Düsseldorf erwartet mich eine Überraschung: Bio-Bäcker Schüren hat sein komplettes Backstubendach mit Photovoltaik zugepackt. Backshop und Café dazu, ein Solar-Carport mit über zehn Ladeplätzen davor, fertig ist der Ladepark Kreuz-Hilden. Was die Anlage an Überschuss abwirft, können die Kunden nutzen. Lediglich die energieintensive Schnellladung ist kostenpflichtig. Man kauft eine Ladekarte für 6 € oder nimmt gleich ein Menü wie das 22kW-E-Mobil-Frühstück. Während ich in der Sonne meinen Kaffee schlürfe und das Auto lädt, surren Elektrotransporter der Bäckerei vorbei, holen Zoe-Fahrer ihre Brötchen, manövriert ein Tesla an den Destination-Charger. Tesla scheint Bäcker Schürens große Leidenschaft zu sein. Es gibt Tesla-iPhone-Supercharger und auf dem Weg zum Klo steht ein lebensgroßer Papp-Elon Musk. Verrückt? – Enthusiastisch auf jeden Fall und dazu noch konsequent durchdacht. Top 3 beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis und mein bislang schönstes Ladeerlebnis.

 

(Sorry, mein WordPress-Template ist komisch. Ab jetzt kommen dieselben Bilder noch einmal.)

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